Das ehrgeizige Solarprojekt auf der ehemaligen Mülldeponie in Rothenbach (wir berichteten – hier klicken) ist gescheitert. Der Kreis Heinsberg hat die Pläne für die ursprünglich größte Photovoltaik-Freiflächenanlage Nordrhein-Westfalens endgültig aufgegeben.
Grund sind wirtschaftliche Schwierigkeiten und mangelnde Rentabilität.
Wie die Kreisverwaltung mitteilte, haben die bisherigen Projektpartner NEW Re und BMR das Vorhaben „aus wirtschaftlichen Gründen“ eingestellt. Die kalkulierte Gesamtrendite liege bei lediglich 3,8 Prozent – deutlich unter der marktüblichen Mindestanforderung von rund sechs Prozent, die für eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung nötig sei.
Das Projekt hatte 2022 für Aufsehen gesorgt: Auf dem rund 24 Hektar großen Deponiegelände – etwa 33 Fußballfeldern entsprechend – sollte eine Anlage mit einer Leistung von 15 bis 16 Megawatt entstehen. Aufgrund der begrenzten Wirtschaftlichkeit und hoher technischer Anforderungen, etwa bei der Modulaufständerung auf dem Deponiekörper und den weiten Netzanschlusswegen nach Wassenberg-Forst, ließ sich das Vorhaben jedoch nicht solide finanzieren.
Auch alternative Modelle, wie eine Direktvermarktung außerhalb des EEG, hätten laut BMR keine Aussicht auf Erfolg gezeigt. Der Energiemarkt sei derzeit „aufgrund der unklaren politischen Lage äußerst schwierig“, und langfristige Abnahmeverträge kaum zu bekommen.
Selbst eine Eigenrealisierung durch den Kreis wurde verworfen. Zwar liegt der Refinanzierungszinssatz bei 3,11 Prozent – etwas unter der prognostizierten Rendite –, doch die Kreisverwaltung sieht zu hohe Risiken. Auch die Stadt Wassenberg hat sich gegen eine Fortführung ausgesprochen.
Damit bleibt die Vision einer landesweit beispielhaften Solaranlage vorerst begraben.
Hoffnung besteht nur, falls sich die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Zukunft verbessern.
Luftbild Deponie Rothenbach
Photocopter Heinsberg
Bericht:
Heinsberg Magazin

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