Flüsse und Bäche führen kaum noch Wasser - Allgemeinverfügung gilt bis Ende September
Kreis Heinsberg. Wegen der anhaltenden Trockenheit untersagt der Kreis Heinsberg ab sofort die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Bächen und anderen oberirdischen Fließgewässern. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat die Kreisverwaltung als Untere Wasserbehörde am Donnerstag erlassen. Das Verbot gilt zunächst bis zum 30. September.
Betroffen sind unter anderem die Rur und die Wurm sowie zahlreiche kleinere Bäche, Gräben und namenlose Vorfluter im Kreisgebiet. Viele dieser Gewässer führen inzwischen nur noch sehr wenig oder gar kein Wasser. Einige kleinere Bäche sind bereits vollständig ausgetrocknet. An der Messstelle bei Heinsberg wurde für die Rur am Donnerstag ein Pegelstand von lediglich 32 Zentimetern registriert.
Als Ursache nennt die Kreisverwaltung die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen und Monate. In Verbindung mit den konstant hohen Temperaturen habe dies zu einer besorgniserregenden Trockenheit geführt. Die Lage der Fließgewässer sei inzwischen als verschärft einzustufen. Zahlreiche Gewässer drohten vollständig trockenzufallen.
Tier- und Pflanzenwelt soll geschützt werden
Mit dem Verbot will der Kreis weitere Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt verhindern. Untersagt ist insbesondere die Wasserentnahme mithilfe mechanischer oder elektrischer Pump- und Saugvorrichtungen sowie mit fahrbaren Behältern.
Ausnahmen gelten für das Tränken von Vieh und für das Schöpfen mit Handgefäßen. Auch Wasserentnahmen auf Grundlage einer bestehenden behördlichen Erlaubnis, etwa zur landwirtschaftlichen Beregnung, bleiben grundsätzlich möglich. Sie müssen jedoch auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden. Vorgeschriebene Mindestpegel und Grenzwerte sind weiterhin einzuhalten.
Bereits zuvor hatte die Bezirksregierung Köln die Wasserentnahme aus der Rur untersagt. Auch in zahlreichen anderen Regionen Deutschlands wurden in den vergangenen Wochen ähnliche Verbote verhängt. Selbst große Flüsse wie der Rhein führen derzeit ungewöhnlich wenig Wasser. In Nordrhein-Westfalen fiel zuletzt trotz anhaltend hoher Temperaturen kaum Regen.